Feb. 2018

 

 

17. ...denken Sie ganz in Ruhe nach...

 

(oder: Regulation - eine Erweiterung von Beitrag 12)

 

Lieber Leser, ich habe lange mit mir selbst gerungen. Zum Einen, ob ich Ihnen das antun kann und zum Andern, ob ich mir das antun soll. Denn es wird ein langatmiger Beitrag. Für Sie ist das einfach. Wenn es Ihnen nicht gefällt, dann klicken Sie auf das Kreuzchen in der Ecke des Bildschirms, wechseln zu Youtube und vergnügen sich mit einem lustigen Comedy-Streifen.

Wenn ich Glück habe, werden Sie sich vorher noch gefragt haben, weshalb ich mich da so habe. Weshalb ich nicht Betrag 17 ausfallen lasse und gleich Betrag 18 schreibe. Recht haben Sie. Also schreibe ich Beitrag 17½.

 

30 Jahre grünliche Großsprüche, begleitet von hektischen Aktionen, kräftig aufgebläht im Internet und unterstützt durch 30 Jahre dümmliche (auf deutsch: un-investigative) einseitige Medienberichterstattung, gehen nicht spurlos an Normalbürgern wie Olga, Paul und Karlchen vorbei (siehe Betrag 1). Daher klebt bei vielen Mitbürgern weiter das Unbehagen an Wörtern wie „Pflanzen-Gentechnik“ oder „grüne Gentechnik“. In diesem Morast ist mein einfacher – ja, fast schon primitiver – Nur-Text-Blog ein glitzerndes, realistisches, winziges leider kaum wahrgenommenes Körnchen. Wenn Sie der Meinung sind, dieser Blog könnte zum besseren Verständnis über Gentechnik beitragen, wäre ich Ihnen dankbar, Sie würden ihn weiter empfehlen.

 

Bei all meinem Geschreibsel werden Sie mitbekommen haben: Ein Markenzeichen der Grünlinge ist, irgend etwas zu behaupten, es in der Umwelt so lange in Schwebe zu halten, bis garantiert der letzte Dummkopf (ich will mich da nicht ausnehmen) was abbekommt und es vielleich auch noch verinnerlicht hat. Gegen Parolen hilft - wenn überhaupt - nur zu versuchen, das sehr langsam arbeitende Großhirn in Stellung zu bringen. Das kann manchmal klappen. Ich wäre hoch erfreut, wenn meine Beiträge - was Gentechnik betrifft - dazu eine kleine Hilfestellung sind.

 

Ein anderes grünliches Markenzeichen, sind pseudowissenschaftliche Abhandlungen. Sie wissen schon, mit Fachwörtern garnierte beeindruckende Texte, aber Unsinn. Oder sollte ich etwas versöhnlicher sagen „Halbsinn“, auch wenn es diesen Ausdruck im Duden nicht gibt?

 

Deshalb habe ich mit mir selbst gerungen: Soll ich Unsinn lesen oder nicht. Weil es manchmal aber auch Halbsinn ist, habe ich mich gefragt, ob ich es Ihnen zuliebe lesen soll, nur um zu zeigen, wie schräg da was dargestellt wird.

 

Es hat mich eine riesige Überwindung gekostet. Nach Jahren habe ich es tatsächlich geschafft den grünlichen Testbiotech Basistext“ (von 2012) mit dem Titel „Wie groß ist das Risiko gentechnisch veränderter Pflanzen?“ fast komplett zu überfliegen.

 

Machen wir einen Kompromiss. Beschränken wir uns zunächst auf ein paar Sätze dieses Basistextes. Ein paar Sätze vom halben Unsinn sind Ihnen in kurzer Form schon einmal in Beitrag 12 begegnet. Es ging dabei um „Regelung“ (besser gesagt: Regulation). Regelung, das gibt es so ziemlich überall. Auch bei uns.

 

Ein Beispiel von unendlich vielen: Normalerweise versucht unser Körper sein Idealgewicht einzuhalten. Aber stopfen Sie mal ohne Unterlass Knödel, Sauerkraut und Haxen oben rein. So viel, wie oben rein kommt, kann den Körper gar nicht mehr an den dafür vorgesehenen Stellen verlassen. Was bleibt anders übrig als einzulagern? Das hat was mit Regulation zu tun. Ohne Regulation kein Leben. Regulation ist das A und O des Lebens. Regulation das fängt - wenn nicht schon früher - bei der befruchteten Eizelle an, geht bei der Embyoentwicklung weiter, hört weder bei der Geburt auf, noch in der Pubertät. Hört erst auf, wenn der Sensemann kommt.

 

So ist es auch bei Pflanzen. Über die Regulation in Pflanzen finden Sie ganze Bibliotheken und Cloud-Speicher vollgestopft mit Beschreibungen.

 

Regulation kann manchmal einfach sein und dann immer nach dem gleichen Schema ablaufen (Stichwort: Knödel s.o.). Meist ist Regulation aber höchst kompliziert, da alles mit jedem irgendwie zuammenhängt und reagieren kann. Diesen letzten Satz sollten Sie sich merken. Er ist für die Grünlinge die scheinbar unschlagbare Behauptung im Kampf gegen Pflanzen-Gentechnik.

 

Nehmen wir als Analogie den Großstadtverkehr: Der ist werktags ein anderer als am Wochenende; samstags ein anderer als sonntags. Da gibt's die Stoßzeiten am Morgen und am späten Nachmittag. Auch mittags ist häufig mehr los als dazwischen. Dann gibt es manchmal Unfälle, Staus, Autoschlangen, Großveranstaltungen, Straßenbauarbeiten, Geschwindkeitsreduzierungen, Bahn- und Busverspätungen und vieles mehr. Da gibt es breite Straßen, enge Straßen, Fußwege, Parkplätze, Brücken, Tunnels, Schrottplätze, Einkaufszentren, Lagerhäuser, Polizeistationen usw. und so fort. Jedes hängt mit jedem zusammen.

Aber immerhin sind Muster zu erkennen, die sich wiederholen. Nachts ist es still, wenn Sie nicht gerade auf der Vergnügungsmeile wohnen.

 

Damit wir den Grünlingssatz nicht vergessen, hier nochmal: Alles höchst kompliziert, da alles mit jedem irgendwie zusammenhängt und manchmal anders, als wir es vermutet hatten, ablaufen kann.

 

Und nun Sperren wir eine Straße. Dazu haben wir zwei Möglichkeiten. Wir können das Verkehrszeichen Nr. 250 gemäß der Straßenverkehrsordnung (StVO) aufstellen. Das soll einer „natürlichen“ Mutation entsprechen. Oder wir nehmen ein großes amerikanisches Schild mit Text, so wie sie dort gern vorkommen: ROAD CLOSED. Allerdings schreiben wir bei uns den Text in Deutsch auf ein extra großes Schild: „S t r a ß e  g e s p e r r t“. Das soll der Gentechnik entsprechen und nicht der StVO. Glauben Sie der Effekt, den die Sperrung hätte, wäre in beiden Fällen völlig unterschiedlich? …. Grünlinge müssten das allerdings glauben.

 

So ähnlich wie im Straßenverkehr läuft es in Lebewesen ab, allerdings um ein Vielfaches verwirrender für uns. Zuerst sind da mal die Gene (die Erbanlagen), die machen meistens Eiweiße [1]. Jedes andere Gen macht ein anders Eiweiß. Jedes Eiweiß interagiert mit einem oder vielen der anderen Eiweiße. Das ist schon lange bekannt, viel länger als es die Gentechnik gibt und als es uns Grünlinge weiß machen wollen. Jeder Eiweißtyp hat seine Aufgabe: Das erste muss Zucker spalten, das zweite Fette, das dritte muß etwas zusammensetzen, etwas schützen, etwas aktivieren, etwas inaktivieren usw. und so fort. Es gibt zigtausende Gene, es gibt zigtausende Eiweißtypen, es gibt tausende unterschiedliche kleine und große organische Stoffe, die umgewandelt, zusammengefügt, ausgeschieden werden müssen, damit alles funktioniert. Vieles läuft in geordneten Bahnen ab. Es gibt „Lagerhallen, Fabriken, Fließbänder, Röhren, Passagen, Brücken“. Dann muss reguliert werden, dass nicht zu viel oder zu wenig da ist. Dazu klammern sich spezielle Eiweiße vor oder hinter die Gene; setzen sich auf die Gene; oft mehrere gemeinsam und verändern sich manchmal gegenseitig. Und es muss eine gewisse Ordnung hergestellt werden. Das alles kann man unter den Begriff „Regulation“ fassen. Man lernt Muster zu erkennen, auch im molekularen Bereich, wenn man in Biologie, Biochemie, Molekularbiologie u.a. naturwissenschaftlichen Fächern arbeitet und forscht.

 

Die Frage lautet nun: Warum erkennen Grünlinge nicht, wenn sie Sprüche wie die folgenden loslassen, dass sie nicht nur auf einem, sondern fast schon auf zwei Augen, völlig blind sind? Zitat: „Die Genaktivität in den Zellen der Pflanzen wird normalerweise durch das fein abgestimmte System der natürlichen Genregulation kontrolliert. Mit den invasiven Verfahren der Gentechnik wird die Aktivität der zusätzlich eingefügten Gene aber mit technischen Hilfsmitteln erzwungen und die natürliche Genregulation umgangen.“[2]

 

Dieser Spruch ist uns schon einmal in Beitrag 12 begegnet. Was meinen die Grünlinge damit? Ich versuche es mal mit einfachen Worten zu erklären [in Klammern dazu meine Kurzkommentare]:

 

Mit Gentechnik stopft man rabiat Erbmaterial [ein winziges Bisschen]

in eine Pflanzenzelle [nennen wir sie mal Nr. 1; die Nummer ist wichtig für den nächsten Absatz],

damit sie was macht [das für uns sinnvoll ist], was sie sonst nicht tun würde.

Das bringt alles ziemlich durcheinander [laut Meinung von Grünlingen].“

 

In unserer Verkehrs-Analogie wäre Gentechnik das nicht-StVO-gemäße“ Schild. Jetzt machen wir ein Gedankenexperiment: Direkt neben der gentechnisch behandelten Pflanzenzelle Nr. 1 nehmen wir eine noch unbehandelte Pflanzenzelle. Geben wir ihr die Nummer 2. Beide Zellen waren praktisch vor der Behandlung identisch, so wie ein eineiiger Zwilling dem anderen. Statt die Nr. 2 mit Gentechnik zu behandeln, zerschießen wir ihr statt dessen auf sadistische Weise massenhaft Erbmaterial (also: auch Gene) mit einer radioaktiven Strahlungs-Kanone. Hei ! das gibt unter anderem eine ganze Menge Genmüll und Genflickwerk. Hat diese Zelle nun große Lust, das zu tun, was sie sonst ungestört auch tun würde? Vielleicht ihrer natürlichen Genregulation nachgehen? Sollte aus dieser Zelle je ein neuer Trieb, ein neues Pflänzchen hervorgehen, dann wäre es um die „natürliche Genregulation“ sicher nicht zum Besten bestellt.

 

Laut Grünling wäre die Behandlung von Zelle Nr. 2 nicht weiter schlimm, denn (Zitat): „Dagegen arbeitet die Züchtung [hiermit meinen sie die althergebrachte Züchtung] – auch wenn sie Mutationen nutzt [in unserem Gedankenexperiment die Strahlen-Kanone] – immer mit dem ganzen Zellsystem der Pflanzen“.

 

Aber genau das macht die Gentechnik doch auch. Oder meinen Sie, sie würde nur mit dem halben oder einem zehntel Zellsystem was machen? Was für ein blödsinniger Satz!

 

Übertragen in unsere Straßenverkehrs-Analogie, wäre die Behandlung der Pflanzenzelle Nr. 2 aus meiner Sicht schon ein - in der StVO gar nicht vorgesehener - Katastrophenfall! Bleiben wir daher großzügigerweise bei unserem Schilderbeispiel: Überall Schilder gemäß StVO, aber völlig wirr und irreführend aufgestellt. Kurz: permanentes Verkehrschaos. Das wäre für Grünlinge ganz in Ordnung, da es im Rahmen der Straßenverkehrsordnung bleibt!

 

Lieber Leser, denken Sie einfach ganz in Ruhe darüber nach. Betrachten Sie es von allen Seiten. Lassen Sie sich Zeit, viel Zeit. Blättern Sie nochmal zur Hilfestellung auf meinen Blog-Seiten herum, auch in Beitrag 07 und 13.

 

Nehmen Sie sich Zeit, nehmen Sie sich Zeit...bevor Sie nun eventuell Beitrag 17 ½ lesen. Sie können aber auch abkürzen und springen etwa sechs Seiten weiter zur Zwischenüberschrift „Ausklang“.

 

 

 

Beitrag 17 ½

 

Sollten Sie ein sehr kritischer Mensch sein, kann man das nur begrüßen. Ein gehöriges Maß an Skepsis ist auf jeden Fall besser, als alles zu glauben, besonders dann, wenn es von einem Gentechnik-Lobbyisten stammt und sich dieser Lobbyist bisher nur ein paar wenige Sätze aus einem 9-seitigen Grünlingstext ausgesucht hat. Es bleibt das Unbehagen beim Wort „Pflanzen-Gentechnik“.

 

Wollen Sie die ganze grünliche „Wahrheit“ erfahren, dann müssen Sie den ganzen „Testbiotech-Basistext“ lesen, mit dem Thema: Wie groß ist das Risiko gentechnisch veränderter Pflanzen?

 

Wenn Sie allerdings vom mir dazu noch Kommentare haben wollen, dann ist das nun Folgende ein mühseliges, langweiliges Unterfangen.

Weil ich im Voraus ahnte, welcher „Halbsinn“ mich da erwarten würde, hat es mich auch riesige Überwindung gekostet. Nach jahrelangem Zögern habe ich es geschafft den „Testbiotech Basistext“ fast komplett zu überfliegen. Zum Kommentieren hat es nur für den halben Text gereicht, dann hatte ich keine Lust mehr meine Zeit zu verplempern. Ein paar der zitierten Literaturstellen habe ich mir angesehen und die schienen mir tatsächlich von kompetenten Wissenschaftlern verfasst. Nur: Die Schlussfolgerungen, die die grünen Schreiber unseres Basistextes daraus bezüglich der Risiken ableiteten, konnte ich nicht nachvollziehen – in meinem Hinterkopf immer die Mutanten-Pflanzen als Vergleich! Was es mit den Mutanten-Pflanzen auf sich hat, konnte ich Ihnen hoffentlich in den bisherigen Blog-Beiträgen ein wenig näher bringen. [5]

 

Im Folgenden habe ich meine Kommentare zum „Basistext“ in normaler Schrift [in eckigen Klammern] einfach reingepappt und das auch nicht überall, wo ich was hätte reinpappen können; zugegebener Maßen stilistisch nicht besonders anspruchsvoll. Lieber Leser, ich hoffe, Sie verzeihen mir großzügig.

Weggelassen habe ich Tabellen und Abbildungen des grünlichen „Basistextes“. Die können Sie sich im Original auf folgender Webseite anschauen:

testbiotech.org/sites/default/files/Basistext_Risiko_GV-Pflanzen_Testbiotech_1_dl.pdf

 

Der Untertitel des Basistextes lautet: Wie groß ist das Risiko gentechnisch veränderter Pflanzen? Verursacht durch die grünliche Dauerberieselung kann normalen Mitmenschen dazu  nur eine Antwort einfallen: Riesengroß.

 

Und deshalb muss ich sofort Kritik an der aufgeworfenen Frage anbringen, denn:

[Die Frage nach dem Risiko sollte man selbstverständlich mit gleichem Recht bei Mutanten-Pflanzen stellen, egal wie lange man diese Technik in der Züchtung schon verwendet. Wieso vergleichen die Autoren nicht alle aufgegriffenen Aspekte, soweit wie eben möglich, zwischen beiden Techniken? Wieso schiebt man die Mutanten-Pflanzen nonchalant zur Seite? Das ist typisch für die ganze Antigentechnik-Agitation. Suchen Sie mal im original „Basistext“ die Buchstabenkombinationen „muta“ oder „muti“ (stellvertretend für Mutation, Mutante, Mutagen, mutieren, etc) und zählen Sie, wie oft sie auf 9 Seiten vorkommt. Wenn ich richtig gezählt habe: Ein einziges Mal! (abgesehen von einem Literaturzitat)]

 

Hier nun die Kapitelüberschriften des „Basistextes“:

 

Zusammenfassung, S. 1; Einleitung, S. 2; Generelle Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen, S. 2; Unterschied von Züchtung und Gentechnik, S. 3; Neue Belastung der Nahrungskette und der Umwelt, S. 4; Welche Auswirkungen sind bekannt?, S. 5; Mängel der Risikoprüfung, S. 8; Defizite beim Monitoring, S. 8; Schlussfolgerungen, S. 9; Quellen, S. 10

 

Nun folgt der eigentliche „Basistext“ mit meinen eingefügten Kommentaren [...]:

 

Zusammenfassung

Der bisherige Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion zeigt Folgen: Gentechnisch veränderte Pflanzen wie Raps, Reis, Mais und Pappeln verbreiten sich zum Teil unkontrolliert. [das kann man mit Recht und Fug auch für die malträtierten Mutanten-Pflanzen behaupten, nur deren Verbreitung lässt sich technisch nicht so einfach nachweisen, denn: man weiß ja gar nicht wo genau im Erbmaterial was genau verändert ist. Es sei denn, man bestimmt die gesamte acgt-Abfolge der Erb-Substanz. Das können leicht ein paar Milliarden Bausteine sein. Fangen wir mal vorne an und zählen zehn je Sekunde. Wie lange sind wir dann Tag und Nacht mit Zählen und Aufschreiben beschäftigt? Nach einer Minute sind wir bei 600, nach einem Tag bei 870.000 und nach 10 Jahren schließlich bei 3 Milliarden. Viel schneller zählen - und damit schneller untersuchen- kann man routinemäßig erst seit knapp 20 Jahren; also seit dem Jahr 2000. Bis zu diesem Zeitpunkt, also vor 2000, hatte man im Vergleich dazu fast Null-Ahnung]

 

Wenn Schäden bei Mensch und Umwelt auftreten, können diese Pflanzen nicht mehr zurückgeholt werden. [das gilt absolut auch für Mutanten-Pflanzen]

 

Zudem lassen sich in verschiedenen Regionen der Verlust an Biodiversität, ein erhöhter Spritzmittelaufwand und das Auftreten neuer Schädlinge auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zurückführen. [das gilt bei jeder Kulturpflanze, die großflächig angebaut wird. In verschiedenen Regionen lässt sich immer was feststellen, auch bei Anpflanzungen von  Mutantenpflanzen (z.B. Raps: Da kann man beispielsweise im Büchlein von Roth, Daunderer, Kormann (1994) auf Seite 991 lesen: „...sie - die neuen Rapssorten - wurden von Wildtieren wie Rehen und Hasen anfangs so gern gefressen, daß sich die Tiere überfraßen und verendeten (heute allerdings kein Problem mehr; vielleicht durch Gewöhnung).“

Man stelle sich das grünliche Kriegsgeheule vor, wenn es Gentechnik-Pflanzen gewesen wären!]

 

In Bezug auf die menschliche Gesundheit sind die bisherigen Befunde widersprüchlich. Inzwischen gehen jedoch viele Experten davon aus, dass der Verzehr der Pflanzen zumindest Auswirkungen auf das Immunsystem hat. [das wird bei Mutanten-Pflanzen praktisch nicht geprüft, ist aber mit Sicherheit gelegentlich zu erwarten und auch eingetreten. Suche dazu: „Apfelsorte, Elstar, Allergien“ bei Wikipedia]

 

Die derzeitige Risikoprüfung gentechnisch veränderter Pflanzen ist unzureichend. [eine Behauptung, die man mit weit größerem Recht für Mutanten-Pflanzen aufstellen müsste]

 

Zum Einsatz kommt keine umfassende Prüfung, sondern nur eine Art Schnellverfahren: Die sogenannte „vergleichende Risikoprüfung“ erfolgt unter der Prämisse, dass es keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen konventioneller Züchtung und gentechnischen Verfahren gibt. Dabei werden weder die Folgen des gentechnischen Eingriffs in das Genom [die Folgen der Kollateralschäden durch Mutationen werden bei Mutanten-Pflanzen schon gar nicht geprüft]

noch die spezifischen Risiken wie Belastungen der Nahrungskette im Detail geprüft. [das wird bei Mutanten-Pflanzen ebenfalls nicht geprüft. Ich hoffe, sie hatten sich nach dem ersten Teil dieses Blogbeitrags sehr viel Zeit genommen und haben meine Analogie mit dem Großstadtverkehr noch in lebhafter Erinnerung]

 

Testbiotech ist der Ansicht, dass die Risikoprüfung, die Zulassung und das Monitoring gentechnisch veränderter Pflanzen zurzeit nicht mit den gesetzlichen Anforderungen in Einklang stehen und dass auf dieser Grundlage keine weiteren Zulassungen erteilt werden können. Bereits bestehende Zulassungen müssen überprüft werden.

 

Einleitung

In der Europäischen Union sind bereits Dutzende von Varianten gentechnisch veränderter Pflanzen (sogenannte Events) erlaubt. [für Mutanten-Pflanzen gibt es gar keine Beschränkung; da können es Hunderte, wenn nicht Tausende „Events“ sein]

Die meisten haben eine Zulassung für den Import und die Verarbeitung in Lebens- und Futtermitteln. Einige – wie der gentechnisch veränderten Mais MON810 – dürfen hier auch angebaut werden. Die häufigsten Pflanzenarten sind Mais und Soja, aber auch gentechnisch veränderte Baumwolle, Raps, Kartoffeln und Zuckerrüben sind zur Vermarktung zugelassen. Fast alle dieser Pflanzen gehören im Hinblick auf ihre technischen Merkmale (Traits) einer der folgenden Gruppen an: Pflanzen wie Mais und Baumwolle produzieren oft Insektengifte, sogenannte Bt-Toxine, die ursprünglich in Bodenbakterien vorkommen. Pflanzen dieser Gruppe können als insektengiftproduzierende Pflanzen (IP) bezeichnet werden. Andere Pflanzen, darunter insbesondere Soja, Mais, Raps tolerieren Unkrautvernichtungsmittel wie Glyphosat (Markenname beispielsweise Roundup). Dies sind die herbizidtoleranten Pflanzen (HT). Bei immer mehr gentechnisch veränderten Ackerpflanzen werden diese Eigenschaften auch kombiniert – es handelt sich um sogenannte Stacked Events (IpxHT). [imponierender Ausdruck; bei konventioneller Züchtung wird so manches kombiniert, was unserer Gesundheit dann nicht immer zuträglich sein muss]

 

Generelle Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen

Die Funktionsweise von Genen ist wesentlich komplexer, als man vor etwa 20 Jahren annahm – zu dem Zeitpunkt also, als die ersten gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt wurden. [das ist Geschwätz; das kann man genau so behaupten, wenn man von Mutanten-Pflanzen redet]

Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass die Veränderung eines einzigen Gens der Fruchtfliege die biologische Funktion von hundert weiteren Genen beeinflusst (Anholt et al., 2003). [das trifft absolut auch für Mutanten-Pflanzen zu]

Die Vorstellung von Genbausteinen, die ohne Risiken und Nebenwirkungen übertragen und kontrolliert werden können, ist wissenschaftlich überholt. [das kann man sinngemäß mit dem gleichen Recht bei Mutanten-Pflanzen behaupten und gilt so ziemlich für das gesamte Spektrum von Mutationen: Genstücke, Genverdrehungen, Punktmutationen, Leserastermutationen, Genverschiebungen, Genvervielfältigungen und so weiter und so fort. Diese Behauptung ist ein alter Hut seit mindestens 60 Jahren)]

Sogar der Hersteller Monsanto schreibt in einer Patentanmeldung (WO 2004/053055), dass die Übertragung von Genen bei Pflanzen regelmäßig zu unerwarteten Effekten führt:

Die Erfolgsrate, gentechnisch veränderte Pflanzen zu verbessern ist niedrig,... [die Erfolgsrate ist bei Mutanten-Pflanzen um Größenordnungen niedriger]

...dies ist einer Reihe von Ursachen geschuldet, wie der geringen Vorhersagbarkeit der Effekte eines spezifischen Gens auf das Wachstum der Pflanze und ihrer Entwicklung. [gilt auch für Mutanten-Pflanzen, die ja in irgend welchen, uns nicht bekannten Genen verändert sind]

Auch die Auswirkungen der Umwelteinflüsse sind nicht prognostizierbar. [gilt für Mutanten-Pflanzen und und läßt sich aus methodischen Gründen bei diesen weitaus schwerer überprüfen]

Dazu kommt die geringe Erfolgsrate bei der gentechnischen Manipulation,... [die Erfolgsrate ist bei Mutanten-Pflanzen um Größenordnungen niedriger]

...der Mangel an präziser Kontrolle über das Gen, sobald es in das Genom eingebaut wurde und andere ungewollte Effekte, die mit dem Geschehen bei der Gentransformation und dem Verfahren der Zellkultur zusammenhängen.“ [bei Mutanten-Pflanzen lässt sich über all das noch wesentlich weniger sagen, weil man betroffene Stellen im Erbmaterial oder die betroffenen Gene meist gar nicht kennt]

 

Unterschied von Züchtung und Gentechnik

[aufmerksamen Lesern wird auffallen, dass die folgenden Sätze schon mal in Beitrag 12 und auch oben zitiert wurden]

Wie verschiedene Untersuchungen zeigen, kann durch die Methode des Gentransfers ungewollt auch die Aktivität anderer Gene und der Stoffwechsel der Pflanzen verändert werden (siehe z.B. Batista et al., 2008; Jiao et al., 2010). Die Genaktivität in den Zellen der Pflanzen wird normalerweise durch das fein abgestimmte System der natürlichen Genregulation kontrolliert. Mit den invasiven Verfahren der Gentechnik wird die Aktivität der zusätzlich eingefügten Gene aber mit technischen Hilfsmitteln erzwungen und die natürliche Genregulation umgangen.

Zudem wird die genetische Information über Artgrenzen hinweg übertragen – unter anderem von Bakterien in Pflanzen. [letzteres geschieht auch auf natürliche Weise; gezeigt 2017 für die Kultursorten der Süßkartoffel (essbar“; siehe meine Beiträge14 und 16) und wurde schon Mitte der 1980er Jahre gezeigt für nicht essbare“ Sorten]

Die Hersteller gentechnisch veränderter Pflanzen greifen in die Integrität der Zellen und ihr Erbgut ein, ohne über ein ausreichendes Verständnis für die biologischen Regelkreise und die spezifischen Wechselwirkungen zu verfügen. [das gilt in weit größerem Maße für Mutanten-Pflanzen, da man hier sehr viel weniger über die Veränderungen weiß als bei gentechnisch gezüchteten]

Dagegen arbeitet die Züchtung – auch wenn sie Mutationen nutzt – immer mit dem ganzen Zellsystem der Pflanzen.[siehe mein Kommentar am Ende des ersten Teils, oben]

Der Unterschied zwischen Züchtung und gentechnischen Verfahren ist sowohl für die Abklärung gesundheitlicher Risiken als auch für die Beurteilung der Folgen eines Eintrags der Gene in die Ökosysteme und in den Genpool von Wild- und Ackerpflanzen von Bedeutung.

 

[in Anbetracht der obigen Bemerkungen zu Mutanten-Pflanzen ist das nun Folgende für einen kompetenten Fachmann nur eine Aufzählung von Selbstverständlichem, also auch bekannt bei Veränderung durch Mutationen und daher banal und damit tendenziöses Geschwafel, denn die Schreiber erwähnen es HIER nur in Zusammenhang mit gentechnisch gezüchteten Pflanzen. Um es zu verkürzen, habe ich es im Folgenden mit einem [B] markiert]

Der Eingriff in die Genregulation kann unterschiedliche Folgen haben wie eine Schwächung der Pflanzen (erhöhte Krankheitsanfälligkeit [B], geringerer Ertrag [B]), eine geringere Toleranz gegenüber Stressoren (wie klimatischen Einflüssen) [B], aber auch eine höhere Fitness (zum Beispiel durch mehr Pollen und Samen) [B] oder durch die Bildung ungewollter (antinutritiver, immunogener oder toxischer) Inhaltsstoffe [B]. Dabei ist es möglich, dass sich unbeabsichtigte Reaktionen gentechnisch veränderter Pflanzen nur unter dem Einfluss bestimmter Umweltbedingungen [B]oder erst nach einigen Generationen [B] zeigen. Verschiedene Untersuchungen belegen, dass gentechnisch veränderte Pflanzen auf Umweltreize tatsächlich anders reagieren als solche aus konventioneller Züchtung (siehe z.B. Meyer et al., 1992; Gertz et al., 1999; Matthews et al., 2005; Zeller et al., 2010. [die Arbeit von Zeller et al. zeigt nur auf, dass diverse gentechnisch gezüchtete Linien sich unterschiedlich verhalten; aber das ist banal [B] und kann auch bei konventionell gezüchteten Linien passieren, besonders dann, wenn sie z.B. aus unterschiedlichen Zuchtprogrammen stammen, die das gleiche Zuchtziel haben]

Für die Risikoabschätzung bedeutet dies, dass man gentechnisch veränderte Pflanzen nicht als statische Objekte begreifen darf, sondern ihre Dynamik berücksichtigen muss [B]. Reaktionen auf Umwelt und auf Stressfaktoren spielen ebenso eine Rolle wie die Entwicklung der Pflanzen im Laufe ihrer Vegetationsperiode [B]. Um die Reaktionen gentechnisch veränderter Pflanzen auf Umweltbedingungen, wie sie zum Beispiel durch den Klimawandel verursacht werden, besser abschätzen zu können, müssten sie in einer Art Stresstest unter kontrollierten Bedingungen untersucht werden. [[B], gilt ähnlich für Mutanten-Pflanzen)]

Dies ist bislang nicht vorgeschrieben. Auch für die Abschätzung der Langzeitfolgen... [darüber gibt es bei Mutanten-Pflanzen praktische keinerlei Untersuchungen, folglich müsste deren Verbreitung als von Grünlingen bewusst in Kauf genommener Langzeitversuch bezeichnet werden]

...sind diese Risiken wichtig: Wenn sich die Pflanzen unkontrolliert in der Umwelt verbreiten, können sich auch die technischen Konstrukte aus dem Genlabor innerhalb der betroffenen Arten und unter verwandten Spezies ausbreiten. [gleiches gilt sinngemäß für Mutationen, deren „Risiken“ praktisch überhaupt nicht abschätzbar sind]

Wie sich diese dann im weiteren Verlauf der Evolution oder unter dem Einfluss von veränderten klimatischen Bedingungen verhalten werden, lässt sich nicht vorhersagen. [auch nicht bei Mutanen-Pflanzen]

Der dauerhafte, nicht rückholbare Eintrag gentechnisch veränderter Organismen in die Umwelt ist nicht verantwortbar und sollte deswegen verboten sein [kommentiert in Blogbeitrag 12]

 

 

Ab hier hatte ich kaum noch Lust weiter zu kommentieren; daher nur noch ein paar wenige Bemerkungen. Um es abzukürzen, habe ich nun Teile des Basistextes weggelassen. Diese finden Sie im Original auf der entsprechenden Webseite [2].

 

Neue Belastung der Nahrungskette und der Umwelt

In der EU wurden bis 2012 zehn verschiedene Toxine aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (sogenannte Bt-Toxine) für die Verwendung in gentechnisch veränderten Pflanzen zugelassen. Durch Kreuzung verschiedener gentechnisch veränderter Pflanzen werden neue Kombinationspflanzen (sogenannte Stacked Events) hergestellt, die dadurch mehrere Bt-Toxine enthalten..... [weiteres im Original nachsehen].....Obwohl sich spezifische Wechselwirkungen u.a. mit den Bt-Toxinen oder anderen Inhaltsstoffen der Pflanzen ergeben können, werden die Rückstände der Spritzmittelmischungen bei der Risikoprüfung von gentechnisch veränderten Pflanzen grundsätzlich nicht berücksichtigt. Es liegen noch nicht einmal ausreichende Daten über die Höhe der tatsächlichen Rückstandsbelastung vor (Kleter et al., 2011). [hier wird jetzt im Prinzip auf einer einzigen gentechnisch übertragenen Eigenschaft herumgeritten, sozusagen als Strohmann-Behauptung gegen die gesamte Gentechnik; dazu ganz am Ende ein kurzer Satz]

Der Anbau und die Verwertung von herbizidtoleranten und insektengiftproduzierenden Pflanzen führt zu einer großflächigen und permanenten Belastung der Umwelt und der Lebensmittel mit bestimmten Toxinen. Diese Stoffe, ihre Abbauprodukte und Beistoffe sind inzwischen auch in Europa zu einem Teil der Nahrungskette geworden. Doch damit nicht genug: Über die Gentechnik geraten auch neue DNA-Kombinationen in die Nahrungskette, die über die Futtermittel auch im tierischen Gewebe landen. Gefunden wurden sie u.a. in der Milch von Ziegen (Tudisco et al., 2010), in Schweinen (Mazza et al., 2005; Sharma et al., 2006) und in Fischen (Chainark, 2008; Ran et al. 2009) [B, wie banal; denn auch die durch Mutation veränderten Stücke ließen sich finden, wenn man sie denn suchen würde]. Während die Auswirkungen dieser DNA-Bruchstücke und ihre biologische Wirksamkeit umstritten ist, zeigt sich inzwischen ein bislang völlig unerwartetes, neues Risiko: So wurde 2011 nachgewiesen, dass sogenannte Mikro-RNA, die für die Genregulierung wichtig ist, aus Pflanzen auf Tiere übergehen und dort biologisch aktiv sein kann, das heißt, sie greift möglicherweise in die natürliche Genregulierung der Tiere ein (Zhang et al., 2011). Was das für die Risikobewertung gentechnisch veränderter Pflanzen bedeutet, kann derzeit nicht abgeschätzt werden. [was man hier alles möglicherweise postulieren könnte, könnte - könnte -könnte - könnte bei Mutanten-Pflanzen für jede der in ihr vorhandenen „unbekannten Veränderungen“ postuliert werden. So könnte bei Mutanten-Pflanzen z. B. die oben erwähnte Mikro-RNA beeinflusst sein]

 

Welche Auswirkungen sind bekannt?

Die gesundheitlichen Auswirkungen des Verzehrs dieser Pflanzen sind strittig. Bei verschiedenen Untersuchungen fanden sich Hinweise auf negative Effekte bis hin zu Schädigungen von Organen bei Versuchstieren (Even & Pusztai, 1999; Malatesta et al.; 2002, 2003; Spiroux et al., 2009; Gallagher, 2010), die genauer unter die Lupe genommen werden müssten. Unstrittig scheint, dass gentechnisch veränderte Pflanzen Reaktionen des Immunsystems auslösen können. Zwar ist die Entstehung neuer Allergien bisher nicht bekannt, aber Reaktionen des Immunsystems sind unter anderem bei Fischen (Sagstad et al., 2007, Frøystad-Saugen, 2008), Schweinen (Walsh et al., 2011), Mäusen (Finamore et al., 2008), Ratten (Kroghsbo et al., 2008) dokumentiert. Auch die Firma Monsanto (Monsanto, 2011) vermerkt in ihrer Auswertung aktueller Literatur, dass das Bt-Toxin von gentechnisch veränderten Pflanzen Immunreaktionen bei Mäusen hervorruft (Adel-Patient et al., 2011). [es ist eine Banalität [B], dass Proteine eine Immunantwort hervorrufen können. Das hat absolut NICHTS mit der Verfahrensweise zu tun; ist also auch durch mutative Veränderungen leicht möglich. Dass Pflanzenproteine für uns allergen sein können ist banal und wird hier im Zusammenhang mit Gentechnik völlig aufgebauscht. So schreiben die Autoren ja selbst, dass diverse Kultursorten (Anm.: nicht gentechnisch verändert!!!) allergene Eiweiße besitzen können!]

 

Drastisch sind auch die Auswirkungen des jahrelangen Anbaus von herbizidtoleranter Soja: Die Bodenfruchtbarkeit wird beeinträchtigt (Bott et al., 2008; Johal & Huber, 2009), die Futterpflanzen geschützter Schmetterlinge verschwinden und mit ihnen der bekannte Monarchfalter (Pleasants & Oberhauser, 2012). Zudem häufen sich die Berichte über gesundheitliche Risiken durch Glyphosat (Paganelli et al, 2010; PAN AP, 2009, Then 2011). [[B] das alles trifft/träfe bei konventionell gezüchteten Sorten, die Glyphosat tolerant oder resistent sind, genau so zu]

 

[ich wiederhole mich: Wieso sollte das Folgende nicht auch sinngemäß für Mutanten-Pflanzen gelten, besonders wenn sie auf riesigen Flächen angebaut werden?]

Besonders beunruhigend ist, dass es in verschiedenen Regionen der Welt bereits zur unkontrollierten Ausbreitung und nicht rückholbaren Freisetzungen gentechnisch veränderter Pflanzen gekommen ist: Gentechnisch veränderter Raps breitet sich unter anderem in den USA und in Kanada unkontrolliert aus. In Mexiko, einem Ursprungsland des Maises wurden wiederholt Kontaminationen mit gentechnisch veränderten Maisvarianten festgestellt. In China taucht immer wieder gentechnisch veränderter Reis in der konventionellen Reisernte auf. Das Land ist ein Zentrum der biologischen Vielfalt dieser wichtigen Nahrungspflanze. Zudem stehen in China über eine Million gentechnisch veränderte Pappeln, die Insektengifte produzieren. Sollte man in der Zukunft versuchen, diese Bäume wieder aus der Umwelt zu entfernen, wird man wahrscheinlich feststellen müssen, dass dies praktisch unmöglich ist (Then & Hamberger, 2010). Insgesamt ist nicht zu bestreiten, dass der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen erhebliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt hat, wenngleich ein „Supergau“ bislang ausgeblieben ist.

 

Mängel der Risikoprüfung

Die EU-Verordnungen 178/2002 und 1829/2003 sowie die Richtlinie 2001/18 messen dem Schutz von Umwelt und Verbrauchern eine große Bedeutung bei. ….....[weiteres im Original nachsehen]...........Daran mitgearbeitet hat Harry Kuiper, als Mitglied der ILSI-Arbeitsgruppe. Danach war er als langjähriger Vorsitzender des Gentechnikgremiums der EFSA an der Entwicklung der Prüfrichtlinien der Behörde beteiligt (Then & Bauer-Panskus, 2010).

 

Defizite beim Monitoring

Da die Risikobewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen eine Reihe von komplexen Fragen aufwirft und im Ergebnis immer mit gewissen Unsicherheiten behaftet ist, hat der EU-Gesetzgeber vorgeschrieben, gentechnisch veränderte Pflanzen auch nach ihrer Marktzulassung weiter zu beobachten. …...[weiteres im Original nachsehen].......In der EU existiert bisher keinerlei Überwachungsplan für die Feststellung gesundheitlicher Auswirkungen von Lebensmitteln, die aus gentechnisch veränderten Pflanzen gewonnen werden. Mögliche Folgen des Verzehrs dieser Lebensmittel können demnach weder „festgestellt“ noch „zugeordnet“ werden. [das kann man auch bei den allermeisten konventionell gezüchteten Sorten nicht] Von einer „systematischen Beobachtung“ kann deshalb nicht die Rede sein. Dies ist den politisch Verantwortlichen durchaus bewusst. So stellte die Europäische Kommission schon 2005 fest (European Communities, 2005):

(...) das Fehlen einer allgemeinen Überwachung bedeutet, (...) dass überhaupt keine Daten über den Konsum dieser Produkte vorliegen.[wo bitte liegt das bei konventionellen Sorten vor?!] Man weiß nicht, wer wann was gegessen hat. [wo bitte weiß man das bei konventionellen Sorten?!]

Daraus folgt, dass man zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen kann, dass keine akute toxikologische Gefahr von diesen Produkten ausgeht, weil dies wohl bereits bemerkt worden wäre. Doch seltene anaphylaktische Reaktionen lassen sich nicht ganz ausschließen. [da kann ich nur (als ein Beispiel von vielen) auf die völlig konventionell gezüchtet Apfelsorte Elstar hinweisen, s.o.] Da aber keine Daten über die Exposition vorliegen, muss man im Hinblick auf häufige chronische Krankheiten wie Allergien und Krebs feststellen, dass man einfach nicht feststellen kann, ob die Einführung von gentechnisch veränderten Produkten irgendeinen Effekt auf die menschliche Gesundheit hatte.“ (Übersetzung: Testbiotech) [...und bei Mutanten-Pflanzen auch nicht]

 

Schlussfolgerungen

Testbiotech ist der Ansicht, dass die Risikoprüfung, die Zulassung und das Monitoring gentechnisch veränderter Pflanzen zurzeit nicht mit den gesetzlichen Anforderungen in Einklang stehen und dass auf dieser Grundlage keine weiteren Zulassungen erteilt werden können. Bereits bestehende Zulassungen müssen erneut überprüft werden.

 

Quellen

Zeller S.L., Kalininal, O., Brunner, S., Keller B., Schmid B. (2010) Transgene × Environment Interactions in Genetically Modified Wheat: http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0011405

 

Die übrige aufgelistete Literatur habe ich weggelassen. Alle Zitate können Sie ganz leicht in dem über's Internet zugänglichen „Basistext“ einsehen.

 

Ich hätte noch viel mehr Klammern […] mit Kommentaren einfügen können, aber ich hatte keine Lust mehr. Fette Kommentarsätze passten noch überall in diesen einseitigen Text hinein, der wie alle Anti-Gentechnik-Pamphlete durch Weglassen von Vergleichen zu klassischen Züchtungstechniken glänzt.

 

Damit sind wir nun vorzeitig am Ende des „Testbiotech Basistextes“ angelangt.

 

Sind Sie noch da, lieber Leser? Oder haben Sie schon das Weite gesucht?

 

Falls Sie noch da sind, dann hier der

 

Ausklang:

 

Und nun? Ich zumindest habe mich in meiner Meinung zu Grünlingen nur bestätigen können. Aber das wussten Sie, lieber Leser, auch schon vorher. Und was ist mit Ihnen? Bleiben Sie doch einfach so, wie Sie sind. Behalten Sie ruhig auch Ihre Skepsis. Aber legen Sie den Schalter um, wechseln Sie die Leitung: Es wäre toll, wenn die gleiche Skepsis, die Sie zuvor beim Wort „Gentechnik“ befallen hat, Sie nun einfach beim Wort „Grünling“ oder ähnlich klingendem erfassen würde. Das wäre für uns alle ein gemeinsamer enormer Fortschritt.

 

...Selbstverständlich kann man den Anbau einzelner Kulturpflanzensorten sowohl in der Züchtung mit Gentechnik als auch in der herkömmlichen Züchtung ohne Gentechnik kritisch sehen. Aber ein pauschales Verbot? Wem nutzt denn das? Ja, wem nutzt denn das? Wem wohl?

 

Warum bewertet man nicht jede Sorte einzeln, egal nach welcher Methode gezüchtet? Wäre das nicht sinnvoller als eine ganze Züchtungstechnik hirnlos zu boykottieren? Dann würde ich mich sogar mit dem Vorsorgeprinzip abfinden können, wenn, ja wenn es denn konsequenterweise auch auf alle „klassischen Sorten“ angewendet würde. Aber das würde nicht nur teuer, sondern in die Katastrophe führen. Wir müssten sofort mit den klassischen Langzeitversuchen aufhören, da nun nichts mehr ohne die von Grünlingen so sehnsüchtig geforderten intensiven zeitraubenden Langzeituntersuchungen angebaut werden dürfte.

 

Sicherlich kann man bei der einen oder anderen Sorte, die gentechnisch gezüchtet ist, die eine oder andere Kritik anbringen, ob es gerade diese Sorte sein muss und es statt dessen nicht etwas Besseres gäbe. Aber das Bessere [3] hat man bisher mit raffinierter grünlicher Agitation in Europa und Teilen Afrikas verhindern können. Mal sehen wie lange noch.

 

Es ist schon seltsam merkwürdig: Im medizinischen Bereich hört man immer öfter von Erfolgsmeldungen über Linderung oder Heilung von Krankheiten mittels Gentechnik. Diese „rote Gentechnik“ nehmen die betroffenen Menschen und ihre Familien dankbar an.

 

 

Wieso sollte man nicht auch den Züchtern und Landwirten dankbar sein, uns mit Kultursorten zu versehen, die preiswerter, verträglicher, gesünder, nahrhafter sind als alles, was wir bisher hatten? Ja, wieso gelingt es den grünlichen Irrlichtern nicht den Widerspruch in ihrem Handeln zu erkennen?

 

Die Behauptung, die jetzt gern von Grünlingen zur roten Gentechnik“ abgesondert wird, lautet: „Die Mikroben, welche Medikamente und Wirkstoffe produzieren, werden daran gehindert in die Umwelt zu entkommen, da sie ja in sicheren, dichten Behältnissen herangezogen werden. Wie es ihnen in den Kram passt, biegen sich Grünlinge ihre Meinung zurecht. Kritik an der „roten Gentechnik“ zu üben, wäre nämlich für das grünliche Image und Spendenaufkommen schädlich. Daher muss jetzt die lächerliche und falsche Behauptung in die Welt gesetzt werden, in der „roten Gentechnik“ gebe es Behälter, die zu 100% das Entfleuchen von „Gen-Mikroben“ verhindern können.

Das ist lächerlich und falsch [7]. Denken Sie nur an die Mätzchen, die Aktivisten beim Transport von Castor-Behältern mit radioaktivem Inhalt veranstalten. Da war und ist natürlich aus Grünlings-Sicht nichts sicher, obwohl diese Behälter mit das Sicherste sind, was je produziert wurde.

Was für Bretter müssen diese Zeitgenossen vor dem Kopf haben. Im Fall der Mikroben-Behälter braucht es nur ein paar widrige Zufälle [6] und die winzigen Mikroben mit den „fremden Genen“ schwappen aus ihren zerborstenen Behältern. Sie werden zerstäubt in alle Richtungen. Der Wind trägt sie ins Freie und verbreitet „fremde Gene“ in der Umwelt. Milliardenfach. Unwiderruflich.

Na und? Kann ich da nur fragen. Will man denn vor den Zeitpunkt zurück, an dem die Menschen zum ersten Mal den Apfel vom „Baum der Erkenntnis“ gegessen haben? Bis dahin müsste man uns auf jeden Fall zurückkatapultieren [4]. Denn danach hat es nie eine Technik gegeben, die absolut sicher war. An ihrer verqueren, verquasten Haltung zur Techniksicherheit erkennt man die grünliche Gedankenverknotung überdeutlich.

 

Soweit mein pauschaler Beitrag zu pauschalen grünlichen Behauptungen.

Denken Sie ganz in Ruhe drüber nach....

 

 

Zum Nachschauen oder zur Ergänzung:

[1] In Blogbeitrag 13 haben Sie darüber ein winziges Bisschen erfahren [2] www.testbiotech.org/ sites/default/ files/ Basistext_Risiko_GV-Pflanzen_Testbiotech_1_dl.pdf [3] u.a. auch den „goldenen Reis“, als einem Beispiel unter vielen; schauen Sie im Web nach [4] Vergleiche auch Blogbeitrag 10 [5] die Kreuzungszüchtung habe ich, um die Sache so einfach wie möglich zu halten, weggelassen und nicht etwa, weil dadurch meine Argumentation hinfällig geworden wäre. [6] bei Grünlingen beliebt wären hier Flugzeugabstürze [7] http://www.gute-gene-schlechte-gene.de/gentechnik-im-geschlossenen-system/ und http://www.transgen.de/aktuell/2579.arzneimittel-wirkstoff-gentechnik.html