19. ...Gemischtes...

 

(oder: Fragen und Meinungen eines Gentechnik-Lobbyisten)

 

 

Kommen hier noch weitere Fragen und Kommentare? Antwort: Vielleicht.

 

 

14.

"USA deregulieren die Zulassung von Gentechnik-Pflanzen." Wissen Sie, wo ich diese für mich so freudige Nachricht im Juni 2020 gelesen habe? Auf einer Grünlings-Aktivisten-Webseite! [1] Nun sollten Sie - lieber Leser - aber nicht glauben, die Aktivisten würden sich darüber freuen. Nein, sie blasen kräftig in's Horn des Vorsorgeprinzips und bejammern die nun "fehlende" Transparenz. Dazu von mir ein paar Fragen: Wo ist und war eigentlich die Transparenz, wenn man den Verbrauchern AUCH IN BIOLÄDEN stillschweigend zumutet Mutantenpflanzen (oder Produkte von solchen) zu essen, ohne sie gekennzeichnet zu haben. Dazu sollten die Verbraucher wissen: Das EuGH hat in seinem Urteil in 2018 bekräftigt: Mutantenpflanzen sind auch GVOs [2].)

Fragen wir doch mal den Verbraucher, was er denn über seine Karotten, die er z.B. gerade gedenkt zu kaufen, alles wissen will: Wann sie gepflanzt wurden (bei Vollmond und neben einem vergrabenen mit Mist gefüllten Kuhhorn)? Wieviel und welchen Dünger sie sonst noch zu welcher Zeit bekommen haben? Ob sie künstlich bewässert wurden? Welchem Wetter sie ausgesetzt waren bis zu ihrer Ernte? Von welchen Schädlingen sie attackiert wurden und wie man diese bekämpft hat? Vielleicht noch eine komplette Liste aller organischen und anorganischen Chemikalien aus denen die Karotten zusammengesetzt sind? Oder ihre natürlichen und künstlichen Gehalte an radioaktiven Isotopen? Vielleicht auch noch Informationen über das Genom, das Transkriptom, das Proteom und das Metabolom zu den unterschiedlichsten Zeiten ihres Daseins?

Was für eine vernünftige Entscheidung des US-Landwirtschaftsministerium USDA neue vernünftigere Zulassungsregeln für GVOs zu erlassen (!), um den grünlichen Angstverbreitern mal etwas vom Wind aus den Segeln zu nehmen.

 

[1] Hier die Webseite, von deren Inhalt ich mich schon einmal vorsorglich distanziere: www.keine-gentechnik.de/nachricht/34021/ [2]GVO heißt beim EuGH: Genetisch veränderter Organismus und nicht - wie Sie und ich vielleicht mal gedacht haben - gentechnisch veränderter Organismus; siehe Blog-Beitrag 18

 

 

 

13.

Auch wenn es sich jetzt um keine Pflanzen handelt. Hier meine unmaßgebliche Meinung: Haben Sie sich, lieber älterer Leser, schon mal überlegt, wieso es heutzutage im Vergleich zu vor ein paar Jahrzehnten, um ein Vielfaches schneller geht, bis uns wirksame und auch preiswerte Präparate und Medikamente zur Verfügung stehen? Die ersten bekannten Infektionen mit dem aktuellen Corona-Virus (SARS-CoV-2) traten im Dezember 2019 auf, also vor gut drei Monaten. Die Hoffnungen sind berechtigt, dass uns in ein paar weiteren Monaten die ersten Mittel dagegen zur Verfügung stehen. Warum erklärt man nicht in Fernsehen, Radio und Presse mit verständlichen Worten allen Mitbürgern, welche überragende Rolle gentechnische Methoden bei der Entwicklung von z.B. Impfstoffen gegen Krankheitserreger spielen [1]. Die öffentlichen Medien sollten unvoreingenommen, ausgewogen, korrekt, kritisch, verständlich und - ja - auch begeistert berichten, welche fantastischen Methoden wir heute mit der Gentechnik haben. Aber selbst in Beiträgen für wissenschaftlich Interessierte fehlen in diesem Zusammenhang oft die Wörtchen "gentechnisch" oder "Gentechnik" und werden schamhaft umschrieben mit "biotechnologisch", "Biotechnologie" und ähnlichem. Und wenn die "schlimmen" Wörter doch einmal erwähnt werden, dann erfolgt am Ende im Bericht ein typisch grünlicher Zusatz wie: "...man kann aber nicht ausschließen, dass....". Das sind Momente, wo ich jedesmal völlig frustriert aus der Wäsche gucke [2]

[1] https://www.transgen.de/aktuell/2579.arzneimittel-wirkstoff-gentechnik.html  [2] Mein Schreiben an den Deutschlandfunk in Zusammenhang mit einem Bericht über Ebola im letzten Jahr mit etwa folgendem Wortlaut wurde nie beantwortet: Am 12.11.2019 verbreitete der DLF in "Forschung aktuell" die Nachricht, dass die EU einen Impfstoff gegen Ebola zugelassen hat. An sich eine sehr gute Nachricht, aber eine unvollständige. Warum erwähnt der DLF bei solch guten Nachrichten nicht, dass es sich hier um ein Gentechnikprodukt (wie bei vielen neueren Arzneimittel) handelt [siehe Anmerkung 1]? Hält man diese Informationen absichtlich zurückber 70% der Bevölkerung sollen ja gegen Gentechnik sein), damit dann grünliche (weibliche, männliche und diverse) Umweltretter weiterhin behaupten können, Gentechnik sei gefährlich und abzulehnen? Damit man weiterhin unverfroren auf alle möglichen Produkte den Aufkleber "gentechnikfrei" pappen kann? Und sagen Sie mir bitte nicht, dass die zusätzliche Erwähnung der beiden Wörtchen "ein Gentechnikprodukt", den zeitlichen Rahmen der Nachricht über den Ebola-Impfstoff gesprengt hätte. Ich habe schon seit geraumer Zeit den Eindruck, dass bewusst in Fällen, wo im DLF über vorteilhafte Produkte berichtet wird, bei denen Gentechnikverfahren eine Rolle gespielt haben, das Wort "gentechnisch" peinlichst vermieden und mit "biotechnologisch" und ähnlichem umschrieben wird (außer bei der unsäglichen Risiko-Diskussion bei Pflanzen). Ist der DLF denn auch schon von grünlichen (weiblichen, männlichen und diversen) Mitarbeitern unterwandert? Ich zumindest bin, was letzteres betrifft, immer skeptischer geworden: bei allen Nachrichten. Schade. (ps: Damit Sie nun nicht meinen, ich hätte selbst keinerlei Ahnung von Gentechnik, können Sie gerne unter meinem Namen auf Google Scholar nachsehen)

 

 

12.

Wieso sollen eigentlich nur Grünlinge und grünlich gepolte Medien daran Schuld sein, dass die Furcht in der Bevölkerung vor gentechnisch gezüchteten Pflanzen so weit verbreitet bleibt? Meine ganz persönliche Meinung dazu gebe ich Ihnen vertraulich, hinter vorgehaltener Hand und im Flüsterton von mir: Nein, grünliche Mitbürger sind es gewiss nicht alleine. Da mag es auch solche geben, für die es äußerst vorteilhaft ist, wenn die allerneuesten Methoden [1] zur Gentechnik gezählt werden. Dann haben Sie noch mehr zu verwalten, zu prüfen und zu kontrollieren und noch mehr unnütze Forschung über ausgedachte Gefahren zu betreiben. Mit dem Ergebnis, dass ihre Arbeitsplätze auf lange Zeit gesichert sind. Mit geschwellter Brust in illustren Runden Verantwortung zeigen zu dürfen, indem man das Vorsorgeprinzip wie eine Monstranz vor sich herträgt, mag auch ein Grund sein, weshalb es manch echtem Wissenschaftler schwer fällt nicht laut und deutlich zu rufen: So wie in Europa und besonders in Deutschland Gentechnik geregelt und kontrolliert wird, ist UNFUG!

Meine Meinung kennen Sie: Wenn überhaupt Regelungen, warum dann nicht so ähnlich, wie im großen Rest der Welt. 

[1] Eine davon habe ich Ihnen in Beitrag 20 vorgestellt.

 

 

11.

a) Weshalb, lieber Leser, hat mein Grinsen seit Oktober 2019 erheblich zugenommen, im Vergleich zu Beitrag 16, wenn ich an die Unbedarftheit von Grünlingen denke? Soll ich es Ihnen erläutern?

Sie erinnern sich: Mit dem Begriff "Gentechnik" bezeichnet man bürokratisch regulierte Züchtungsmethoden, bei denen man ein Gen (oder ein paar Gene) aus einer Art in eine andere Art überträgt; sagen wir z.B. indem wir ein Gen aus Mais zu rund 40.000 verschiedenen Reis-Genen hinzufügen. Damit das gut funktioniert, schleust man aus technischen Gründen dabei auch ein winziges bisschen Erbsubstanz (DNA) aus einem Bakterium mit Namen Agrobacterium tumefaciens in die Erbsubstanz (DNA) vom Reis ein.

Dieses winzigen Bisschen - und hier zitiere ich aus Beitrag 16 - "lässt Grünlinge vor Bedenken halb irre werden". Im selben Beitrag 16 erklärte ich Ihnen, wie auf ganz natürliche Weise so ein winziges Bisschen DNA, lange bevor es Biologen - geschweige denn Gentechniker - gab, in viele Süßkartoffelsorten gelangt ist. Süßkartoffeln werden heute rund um den Globus in riesigen Mengen angebaut, von Milliarden Menschen gegessen und auch in Bio-Läden hemmungslos verkauft. Haben Sie dort bei der Kiste mit Süßkartoffeln schon mal den Hinweis "natürlich gentechnisch verändert" entdeckt, damit sich die Kunden entscheiden können? Ich vermute mal, nein. Ich selbst kann da wenig zu sagen. Bio-Läden zählen nicht gerade zu meinen bevorzugten Einkaufszielen.

Forscher haben jetzt in einer Fleißarbeit untersucht, ob solche winzigen Bisschen nicht auch in anderen Kulturpflanzen zu finden sind. Im Oktober 2019 veröffentlichten sie das Ergebnis. Und tatsächlich, in 23 von 275 untersuchten Sorten entdeckten sie solche Bakterien-DNA-Stückchen. Für Grünlinge zum Mitschreiben: Artfremde Bakterien-Erbsubstanz nicht nur bei der Süßkartoffel sondern in vielen anderen Pflanzenarten, die wir munter in uns hineinstopfen oder deren Produkte wir sorglos verwenden. Fremde Erbsubstanz in jeder zwölften untersuchten Sorte.

Nun wissen Sie, wieso mein Grinsen zugenommen hat. Statt zu grinsen, sollte ich eigentlich ein wenig Mitleid mit Grünlingen haben, die ja völlig verkrampft seit eh und je behaupten, Gentechnik sei unnatürlich.

Damit Sie nicht denken, ich hätte das frei erfunden, hier meine Quelle: InterNutrition POINT. Aktuelles zur grünen Biotechnologie. Nr. 209 (vom Oktober 2019), Seite 5: "Transgene Pflanzen in der Natur erstaunlich weit verbreitet"

(www.scienceindustries.ch/engagements/internutrition/newsletter-archiv).

Dort ist auch die Originalveröffentlichung von Tatiana V. Matveeva & Léon Otten zitiert; in Englisch, ein wenig länger und weitaus komplizierter als ich es hier formuliert habe.

 

 

10.

Wie erkennt man hinterhältige Tricks der Grünlinge? Antwort: Als Laie nur sehr schwer.

Lassen wir mal einen Grünling schwafeln. Aber nicht so lange bis Sie, lieber Leser, sich entscheiden, auf „OFF“ zu klicken. Daher werde ich die länglichen Ausführungen [1] hier auf ein Minimum zusammenpressen. Zum Beispiel so:

„Bei Gentechnik kann niemand garantieren, dass es nicht doch zu unvorhergesehen epigenetischen Veränderungen in den Pflanzen kommt, die somit zu unvorhergesehenen Veränderungen der Regulation führen und damit auch zu unvorhergesehenen Schäden.“

Angesprochen, ob das stimmt, muss ein ehrlicher Experte einem so formuliertem Satz erst einmal bedingt zustimmen [2]. Das ist sein Dilemma. Das ist das Dumme an der Sache und der Laie denkt sofort: „Dann ist Gentechnik ja nicht ganz ungefährlich.“

Der ehrliche Experte hingegen muss nun zu langen Erklärungen ansetzen und weit ausholen, um das Ganze in den richtigen Zusammenhang zu stellen und den Trick zu entlarven.

1. Er muss schwören, dass er kein bezahlter Lobbyist ist.

2. Er muss dem Laien erklären, was Gentechnik ist.

3. Er muss erklären, wie Züchtung funktioniert.

4. Er muss erklären, dass Gentechnik nur eine zusätzliche Methode der Züchtung ist, dass

5. „unvorhergesehene“ epigenetische Veränderungen auch bei „normaler“ Züchtung vorkommen können und

6. man heutzutage, im Prinzip die Mechanismen kennt, die für „Epigenetisches“ [3] verantwortlich sind.

7. Er muss erklären, was Epigenetik überhaupt ist [4].

8. Er muss darauf hinweisen, dass der Aktivist gar nicht näher erläutert hat, um was für Schäden es sich denn überhaupt handeln könnte. Und selbst wenn der Grünling nun lang und breit einen potentiellen Schaden nach dem anderen bis zum hundersten auflistet, müsste der Experte

9. erklären,das alles könnte - zumindest in vergleichbarer Form - auch bei normaler Züchtung passieren.

Aber das ist für den Laien schon viel zu viel. Er geht seines Weges, um anderen zu erzählen, wie gefährlich Gentechnik ist. Somit hat der Antigentechnik-Aktivist mit plumper List und Tücke schon wieder einen dazu gebracht, bei seinen Einkäufen auf den Aufkleber „gentechnikfrei“ zu achten und bei der nächsten Umfrage das Kreuzchen zu setzen bei: (x) „Ich bin gegen Gentechnik“.

Das Frustrierende ist: Der grünliche Aktivist kann beliebig viele schwachsinnige Sätze mit beeindruckenden Fachwörtern und falsch interpretierten Literaturzitaten in die Welt setzen, während die kompetenten Fachleute immer noch mit der Richtigstellung der ersten grünlichen Behauptung beschäftigt sind. 

[1] Wer sich das trotzdem mal anschauen möchte, hier ein Ort im Internet: https://www.testbiotech.org/gentechnik-grenzen/arabidopsis/basistext [2] Wer kann schon was mit absoluter Sicherheit bei irgendwelchen Lebewesen garantieren? [3] Wohlgemerkt im Prinzip, aber natürlich nicht im Detail bei den zig-millionen verschiedenen Arten, die auf der Erde existieren (die meisten kennt man noch nicht mal) mit ihren zigtausenden Genen, aber im Detail bei immer mehr Kulturpflanzen[4] Letztendlich ist das so was wie eine etwas „kompliziertere“ Regulation, die sich auch auf mehrere nachfolgende Generationen erstrecken kann. Ein klein wenig über „einfache“ Regulation habe ich in Blogbeitrag 12 und 17 erwähnt

 

 

9.

Warum sollte man nicht auch mal darauf hinweisen, was ein BIO-Insektizid - oder nennen wir es gefährlicher „BIO-PESTIZID“ - so alles mit Bienen anrichten kann? Zu finden unter den Überschriften „Bienengift im Bio-Landbau“ und „Bienentod durch Bio-Landbau“ auf folgender Webseite: https://www.erwerbsimkerbund.at.Geben Sie das Stichwort „Bienentod“ auf der Suchfunktion der Webseite oben rechts ein.Wer es ausführlicher haben möchte, kann hier nachsehen: https://www.euleev.de/lebensmittel-und-ernaehrung/29-texte/text/602-neonicotinoide-apokalypse-im-bienenstock. Grünlingen viel Spaß beim Lesen.

 

 

8.

Warum habe ich den folgenden Kommentar auf den unsäglichen Schrott, den eine Frau Simone O... [1] in Großlüsewitz fabriziert (hat), fünf Jahre in einer Computer-Datei vor sich hin gammeln lassen? Ich weiß es nicht. Hier mein ausgegrabener Kommentar:

Ich vermutet mal, Frau O... hat mit Sicherheit Molekularbiologie, Biochemie, und Züchtungsforschung studiert. Und dann, vermute ich mal, hat sie sorgfältig gentechnisch veränderte Pflanzen untersucht. Ihre gewissenhaften Analysen konnten zweifelsfrei von anderen Experten bestätigt werden. Daher ist sie sich nun absolut sicher: Diese Pflanzen können nur gefährlich sein.

Eigentlich sollte Frau Simone O... auf Grund ihres Biologiestudiums aber wissen, wie chaotisch "ökologische" und auch "herkömmliche" Züchtung funktioniert. Da nimmt man einfach zwei oder mehr Sorten und kreuzt wild herum; manchmal - in der Hoffnung auf ein Wunder - sogar mit Wildsorten, die äußerst unbekömmlich sind [2]. Und manchmal zwingt man die Sorten gar dazu sich untereinander zu „paaren“, unerbittlich und so lange, bis es funktioniert. Obendrein - und zu allem Übel - scheut man sich dabei nicht, bevor man kreuzt, toxische Substanzen und radioaktive Strahlung einzusetzen und das seit etwa 80 Jahren.

Das alles würde in der Natur in so wahnsinnig kurzer Zeit so komprimiert nie vorkommen; dazu bräuchte es auf natürliche Weise vielleicht zehntausende von Jahren, vielleich auch mehr.

Was dabei herauskommt, kann kein Mensch, kein Züchter, kein Ökologe wissen; auch kein grünlicher Hellseher. Da kann einem Angst und Bange werden, ob nicht Bastarde entstehen, die plötzlich in Massen ihre schrecklich mutierten Gene unkontrolliert verbreiten. Es scheint zwar bisher mehr oder weniger gut gegangen zu sein, aber „absolut sicher kann da niemand sein“. [3]

Wohl wahr ist, die Züchter versuchen ihr Bestes und selektieren unter den Nachkommen nur die geeigneten heraus - das versuchen Sie zumindest. Aber wer kann schon sicher sein, dass es die richtigen sind? Und der Rest? Der findet auf dem Komposthaufen ein natürliches Ende - oder auch nicht. Vielleicht entpuppen sich die Auserwählten ja schon nach kurzer Zeit, kaum dass sie vom Bundessortenamt zugelassen sind, als „trojanische“ Pflanzen. Weiß man denn, ob nicht der Verzehr einer neu gezüchteten Sorte unsere Lebenserwartung in perfider Weise verkürzt, unmerklich, schleichend?

Keine der herkömmlich gezüchteten Sorten, die heute auf dem Markt sind, wurden daraufhin Jahre oder Jahrzehnte untersucht. Einfach so auf uns Menschen losgelassen, handelt es sich hier um ein Langzeitexperiment mit unabsehbaren Folgen. Unverantwortlich? Äpfel essen ist gesund, heißt es [4]. Ist es wirklich egal, welche Sorte wir essen? Ist je ein naturwissenschaftliches Experiment dazu durchgeführt worden? Wissen wir, ob nicht eine oder zwei oder mehrere der vielen Sorten doch auf lebenslange Sicht von Nachteil für uns sind? Sollten wir nicht - schon der Vorsorge wegen - zunächt einmal alle Apfelpflanzungen von ihren Bäumen „befreien“? Oder weniger radikal, an jede Obstkiste einen Kleber anbringen. Achtung BIO-Äpfel: Verzehr auf eigene Gefahr.

Ich nehme stark an, Frau Simone O... hatte einen Teil des Studiums komplett versäumt und war die ganze Zeit der vollen Überzeugung, dass kreuzen und mutieren, völlig im Einklang mit der Natur erfolgen. Als sie schließlich die ganze Wahrheit erfuhr, ist Frau O... zur Lebensweise unserer Vorfahren zurückgekehrt. Dafür habe ich volles Verständnis. Sie betätigt sich nun als Sammlerin und auch als Jägerin (...Jägerin???). Sie streift durch Wälder und Wiesen, wirft ihre Angel (...Angel???) in Flüsse und Seen, um sich täglich unveränderte, natürliche Nahrung zu sichern. Mit Recht ist sie wütend, wenn die Umwelt nicht so aussieht wie vor einigen tausend Jahren. Mit Recht ist sie wütend, wenn alle anderen Mitmenschen Nahrung so ganz ohne Mühen von Feldern bekommen, die überquellen mit unberechenbaren herkömmlich und auch gentechnisch gezüchteten Pflanzen [5] und zum Bersten voll sind mit Chemikalien. Sie kann sich nur ungläubig und verärgert fragen, wieso die durchschnittliche Lebenserwartung dieser Mitmenschen trotzdem immer noch steigt. Vermutlich sind es die pharmazeutischen Produkte, die von gentechnisch veränderten Mikroben - manchmal sogar von gentechnisch veränderten Pflanzen - heute einfach, preiswert und in mehr als ausreichenden Mengen bereit gestellt werden. Sie selbst wird nie darauf angewiesen sein. Da ist Sie sich sicher. Denn Sie bezieht ja ihre „Lebenskraft“ ausschließlich aus den „natürlichen“ Quellen der Natur. Unbehagen bereiten ihr die „pharmazeutischen Gen-Mikroben“ schon, die darauf lauern aus den Kulturbehältern der multinationalen Konzerne zu entweichen. Sollte ihnen das gelingen, werden sie unwiderruflich ihr Unwesen in Frau O...s Umwelt treiben. 

[1] Es gibt auch eine grünliche Frau Simone P..., die nichts von Gentechnik hält [2] Natürlich setzen die Züchter dabei ihre fundierten Kenntnisse ein, berücksichtigen Vererbungsgesetze und denken sich ausgeklügelte Kreuzungschemata und Selektionsverfahren aus, damit die Chancen, Sorten mit gewünschten „verbesserten“ Eigenschaften zu finden, um eine Vielfaches steigen [3] Sollten Sie mal mit einem ansonsten netten Menschen über Gentechnik reden, dann erkennen Sie am letzten Teilsatz sofort, ob es sich um einen Grünling handelt [4] Ein englisches Sprüchlein verkündet: An apple a day, keeps the doctor away [5] Die letzten drei Worte gelten nicht mehr für Deutschland; dafür hat u. a. auch Frau S. O... gesorgt

 

 

7.

In irgendeinem Koalitionspapier (2013) hießt es an einer Stelle: "Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an." Warum ergänzte man nicht korrekterweise: „Die Vorbehalte sind durch nichts gerechtfertigt und nur durch die andauernde Propaganda von Grünlingen und die kritiklose Verbreitung durch Medien in die Köpfe der Bevölkerung geimpft worden.“ Ja, warum ergänzte man das nicht?

 

 

6.

Warum glauben Grünlinge, dass die mehr als 17 Millionen Landwirte auf der Welt, die gentechnisch modifizierte Pflanzen anbauen, Volltrottel sind? Könnte es sein, dass Grünlinge klüger als 17 Millionen Landwirte sind?

 

 

5.

Wo finden Sie folgenden netten Spruch? „Das Internet ist wie eine mit Desinformation gefüllte Güllegrube aus denen dann Hunderttausende ihr Wissen saugen.“ Antwort: Irgendwo auf http://www.euleev.de.

 

 

4.

Warum vermeiden es Grünlinge bei der Diskussion um Glyphosat zu erwähnen, dass Bratwürste in der gleichen Kategorie wie das Unkrautvernichtung-Mittel Glyphosat zu finden sind? Nämlich: Kategorie „potentiell krebserregend (Weltgesundheitsorganisation/IARC; leichte Lektüre dazu z. B. bei: https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/weltgesundheitsorganisation-warnt-krebsgefahr-durch-wurst/12500558.html und ein hörenswerter Vortrag von einem Lebensmittelchemiker: www.euleev.de/lebensmittel-und-ernaehrung/brotzeit-videos/1163-brotzeit-glyphosat-seine-fantastischen-alternativen)

 

 

3.

Warum ist sie so erfolgreich? Die Nr. 1 der blödesten von Grünlingen produzierten Behauptungen: „Man kann nicht ausschließen, dass ...“

An Stelle der Pünktchen dürfen Sie, lieber Leser, beliebig Abstruses einsetzen. Ganz ausschließen können Sie es nie.

 

 

2.

Warum nehmen die Grünlinge nicht einfach einen Teil ihrer Gelder aus Spenden, kaufen sich ein paar Felder, zeigen ihren Mitbürgern, wie sie dort unübertroffen gute Nahrungsmittel produzieren und verkaufen diese ohne Zwischenhandel gleich an Ort und Stelle.

Innerhalb weniger Jahre sollten die Einnahmen aus diesem beispiellosen Zukunftsprojekt es ihnen ermöglichen, Produktion und Verkauf auf ganz Deutschland auszudehnen [1]. Dann könnten wir viele unserer Lebensmittel-Überwachungsämter schließen, denn schließlich wären ja die Grünlings-Produkte über jeden Zweifel erhaben und bedürften keiner Kontrolle. Und die Medien oder auch Umweltverbände (z.B. Foodwatch) könnten ununterbrochen mit Begeisterung über die fantastischsten Lebensmittel aller Zeiten jubeln, anstatt wie jetzt Verbraucher mit "Skandalen" der hinterhältigen und raffgierigen Agro-Lobby zu verschrecken. Tja, warum nehmen die Grünlinge nicht einfach einen Teil ihrer Spendengelder und produzieren Nahrungsmittel, die besser (und vielleicht billiger?) sind als alles, was wir bisher hatten? Warum machen sie das nicht? [2]

 

[1] Etwa so, wie es Discounter-Ketten vormachen [2] Dann könnten sie irgendwann gar großzügig auf Spendengelder verzichten!

 

 

 

1.

Warum glauben Grünlinge, das mit der unmerklich langsamen Evolution sei auch eines ihrer unschlagbaren Argumente gegen die rasende Gentechnik und klopfen sich dabei selbstgefällig auf die eigene Schulter?

Formulieren wir den Irr-Gedanken mal bildlich und verständlicher. Lesen Sie ruhig auch die Amerkungen [1] und [2]:

Da verändert sich - mutiert - irgendwo ein einsames Pflänzchen und ist ein winziges bisschen besser als alle seine Artgenossen. Es kreuzt sich mit ihnen. Nun sind vielleicht ein paar Nachkommen ein winziges bisschen besser. Und wieder gibt es Nachkommen und nun sind es schon ein paar mehr, die besser sind. Und so weiter und so fort. Alles was rundherum kreucht und fleucht, kurz die Umwelt einschließlich der ein kleines bisschen schlechteren Artgenossen, kann sich ganz langsam über Jahrhunderte, über Jahrtausende an die kleinen Besserkönner gewöhnen. Und sollten es gar zu viele sein oder sollten sie gar bedrohlich werden, dann kann alles was kreucht und fleucht, einschließlich der ein wenig schlechteren Artgenossen, ganz langsam beginnen sich dagegen zu wehren. Und so herrscht wieder Frieden, Eintracht und Nachhaltigkeit. So langsam mag Evolution oft sein [1].

 

Aber, wenn der Mensch ins Spiel kommt, geht es auch anders:

Da entdeckt ein Züchter so einen kleinen Besserkönner. Aber ein Züchter hat nicht Jahrhunderte oder gar Jahrtausende Zeit. Er packt sich den Besserkönner und zwingt ihn Nachkommen in die Welt zu setzen. Unter denen packt er sich alle Besserkönner, die er entdecken kann, und zwingt sie wiederum Nachkommen in die Welt zu setzten. Und so hat er schon nach kürzester Zeit säckeweise Saatgut von einer neuen besseren Sorte, noch ehe die Umwelt überhaupt „Kenntnis“ davon hat. Und so ist die Umwelt plötzlich und mit einem Schlag im ersten Jahr vielleicht schon mit 100.000 oder gar einer Million neuer Pflänzchen konfrontiert und im zweiten Jahr mit 10 oder 100 Millionen auf riesigen Flächen. Dabei ist es dem Landwirt egal, was sonst noch kreucht und fleucht. Sollte es schlecht für seine bessere Sorte sein, dann wird er nicht lange fackeln und seine Sorte mit Hacke und Chemie verteidigen [3]. Ein paar Jahre hat die Umwelt Zeit sich daran zu „gewöhnen“; keine 10, keine 100 Jahre. Und dann muss man sehen, was passiert und einfach akzeptieren, wenn das „Besserkönner-Gen“ in Wildpflanzen sein Unwesen treibt. [2]

So geht althergebrachte Pflanzenzüchtung und so geht auch Züchtung mit Gentechnik. Nur dass man bei der Gentechnik vorher und nachher noch testet und testet und ............ testet und …........tested ......

 

Schlussfolgerung: Das mit der Evolution, der Umwelt und den Menschen, die sich in liebevoller Eintracht in Jahrtausenden langsam und behutsam auf eine gezüchtete Sorte einstellen, ist ein „Quatsch-Argument“. [4]

 

 

[1] Dieser Absatz beschreibt Evolution und wie sie verlaufen könnte [2] Dieser Absatz beschreibt ganz „normale herkömmliche“ Züchtung [3] Wenn Grünlinge ihn nett darum bitten, wird er sich sogar manchmal erweichen lassen und bei der Verteidigung „Nützlinge“ einsetzen [4] Manchmal geht es sogar ohne Mensch ziemlich schnell mit den Besserkönnern. Stichworte für Fortgeschrittene: natürliche Polyploidisierung, natürliche Kreuzungen zwischen verschiedenen Arten.